Eine kleine Naturapotheke

Eine kleine Naturapotheke

Aus aktuellem Anlass (schnupfschnupf) möchte ich euch meine Naturapotheke und Behelfe vorstellen, die mich beim Auskurieren von grippalen Infekten unterstützen.

Klimatische Faktoren (Wind, Hitze, Nässe und Trockenheit) beschreiben in der Chinesischen Medizin unterschiedlichste pathogene Zustände. Erkältungen zählen zu einer leichteren Form von Wind-Erkrankung. Zustände mit körperfremden, bewegten Anteilen (Viren, Bakterien) oder sich verändernden Symptomen (erst Halsweh, dann Schnupfen und zuletzt Husten) werden bezeichnenderweise mit „Wind“ charakterisiert. Das erleichtert eine systematische Behandlung.

Hinzu kommen in unterschiedlicher Ausprägung weitere Faktoren wie Kälte (Erkältung), Hitze (Fieber) und durch Hitze eingedicke Nässe (= Schleim).


Auskurieren

Die wichtigste Maßnahme bei Erkrankung überhaupt, ist für mich die Akzeptanz geworden: unser Organismus ist aus dem Gleichgewicht geraten und hat nun ordentlich zu tun, damit wir uns wieder wohl fühlen. Dem Bedürfnis nach Ruhe und Schonung sollen wir unbedingt nachkommen und uns ausreichend Zeit zum Kurieren geben.


Ernährung

Bei Erkrankungen mit Schleim können wir durch Reduktion (am besten Verzicht) von Milchprodukten (vor allem Kuhmilch) den Körper entlasten. Milchprodukte unterstützen die Bildung von Feuchtigkeit und Schleim im Körper. Ein gesunder Körper und Typ Mensch, der Milch gut verstoffwechselt und in ausgewogenem Maße konsumiert, hat keine Probleme damit – wenn wir jedoch geschwächt sind, bleibt pathogene Feuchtigkeit im Organismus zurück, welche sich bei Infekten oder Anfälligkeit ungünstigt auswirkt.

Hildegard von Bingen war sogar der Meinung, dass wir Milch im Sommer überhaupt nicht vertragen – im Winter hingegen, in Maßen genossen und am besten mit Gewürzen abgekocht, durchaus. Auch Sicht der TCM vielleicht deswegen, weil die „Sommerhitze“ die durch Milchkonsum entstandene Feuchtigkeit zu Schleim eindickt. Und Schleim ist die Grundlage vieler ernsthafter Erkrankungen.

Ansonsten ist gernerell Schonkost, also leicht verdauliche Nahrung, angesagt. Dadurch ermöglichen wir unserem Organismus seine Energie auf die Abwehr der Krankheitserreger (und nicht auf die Verdauung) zu konzentrieren! Am besten lang gekochte Eintöpfe und Kraftsuppen. Ein Klassiker ist die kräftigende Hühnersuppe, die wirklich phänomenal wirkt – für Vegetarier und Veganer sind Suppen mit Wurzelgemüse und Getreide (Dinkel, Weizen, Hirse, Reis) empfehlenswert.


Ähterische Öle

Die Anwendung ähterischer Öle gleicht einem natürlichen Antibiotikum. Naturreine Öle sind oftmals unterschätzte, hochwirksame Substanzen!

Bei Infekten eignen sich besonders Öle, die Menthol und Cineol enthalten (Kajeput, Pfefferminze, Eukalyptus, Salbei, Rosmarin, …). Die kühle Schärfe befreit die Lunge (Atemwege) und lindert Entzündungsbeschwerden. Sie wirken darüber hinaus kühlend/entzündungshemmend, juckreizlindernd, schmerzstillend, antimikrobiell und schleimlösend. Weitere ätherische Öle, die bei Infekten prima wirken, sind u. A. Zimt, Zitrone und Nelke.

Für die Anwendung gibt es zahlreiche Möglichkeiten (jeweils ein paar Tropfen – ca. 4-8):

  • Vor dem Schlafengehen auf die Fußsohlen auftragen und Socken drüberziehen
  • in einem Dampfdestillator mit Wasser verdampfen und über die Atemwege aufnehmen (eine Tasse am Heizkörper/Ofen ist auch möglich!)
  • 1-2 Tropfen in etwas Wasser verdünnt einnehmen (sehr gut wirkt Pfefferminze bei Halsweh)
  • ein Bad unter Zugabe von ätherischen Ölen nehmen

Gewürze

Erkältungen brauchen einen wärmenden Ausgleich: wir spüren das deutlich, wenn uns innerlich fröstelt. Die Verwendung von Zimt, Nelke, Ingwer, Galgant, Kurkuma,  Knoblauch, etc. in z.B. Tee, stärkt aufgrund des wärmenden Charkaters und der komplexen Wirkstoffe unser Immunsystem bei der Abwehr.

Praktisch ist die Herstellung eines gekochten Gewürzteekonzentrates, welches dann jederzeit bei Bedarf mit heißem Wasser als Tee aufgegossen werden kann. Eine konzentrierte Menge Gewürze (z.B. Ingwer, Zimt, Nelke, Zimt, Kurkuma) in Wasser (oder einer Mischung aus Wasser und Weißwein) ca. 30 Minuten auf kleiner Flamme köcheln. Gewürztee etwas abkühlen lassen, Honig dazugeben, abseihen, abfüllen und bis zu 2 Wochen kühl aufbewahren.

Vorsicht bei Fieber: vor allem bei hohem Fieber können stark erhitzende Gewürze (Ingwer, Knoblauch) akute, unerwünschte, heftige Reaktionen (Herzrasen, Atemnot, …) auslösen! Bei Fieber nur Wasser oder kühlende Kräutertees trinken!


Die Klassiker – Tee und Inhalieren

Trinken ist bei Infekten besonders wichtig. Unser Körper arbeitet wie ein Hochleistungsmotor um die Krankheit abzuwehren. Er braucht dafür zur sanften Kühlung und Ausleitung von Schadstoffen ausreichend Flüssigkeit!

Tees mit Kräutern und Zusätzen (Kamille, Honig, Thymian, Rosmarin, Pfefferminze, …) verstärken die Heilwirkung auf natürliche Weise.

Eine geschickte Möglichkeit die atemwegsbefreiende Wirkung der Inhalation mit Tee zu kombinieren ist den frisch aufgebrühten Tee vor dem Verzehr einige Minuten zu tief einzuatmen.

Für eine separate Inhalation eignen sich als Zugabe ins heiße Wasser Salz, ätherische Öle oder Kräuter (z.B. Kamille). Salz wirkt in maßvoller Dosierung aufweichend und lösend. Zu große Mengen können jedoch Austrocknung zur Folge haben (Durst).


Schwarzkümmelöl mit Honig

Natürlicher als eine Lutschtablette bei Entzündungen des Halses wirkt die Einnahme von Honig mit Schwarzkümmelöl. Das Schwarzkümmelöl kann auch mit hochwertigem Arganöl gemischt werden. Bei Beschwerden 3x täglich einen Klecks Honig auf einen Esslöffel geben, in Öl tunken und einnehmen. Lecker ist das übrigens auch noch!


Akupunkturpunkte

Abschließend möchte ich euch 3 Akupunkturpunkte vorstellen, welche durch Stimulation/Massage die Selbstheilungskräfte bei Infekten und Erkrankung der Atemwege aktivieren (Quelle: ShenProfessional).

Gallenblase 20
Vertreibt Wind-Störungen aller Art und kühlt Hitze. Stärkt die Augen und die Ohren.

Indikation: Facialisparese, Fieber bei infektiösen Erkrankungen, fehlendes Schwitzen, Gehörverlust, häufiges Niesen, halbseitige Nackenverspannungen, Hemiplegie, Hypertonie, Konjunktivitis, Kopfschmerzen, Kurzsichtigkeit, LWS-Schmerzen, Nackenschmerzen, Nasenbluten, Ohnmacht, Rhinitis, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Schwellung des Halses, Schwerhörigkeit, Schwindel, Sehstörungen, Sinusitis, Spasmen, Struma, Trigeminusneuralgie, verstopfte Nase.

Akupunkturpunkt Gallenblase-20
Akupunkturpunkt Gallenblase-20

Lunge 01
Reguliert das Qi von Lunge und Milz (Verdauung). Löst Schleim, besonders Schleim in der Lunge (Atemwege). Vertreibt Hitze und Wind in der Lunge,  beruhigt Ängste und Schreckhaftigkeit.

Indikation: Asthma, Brechreiz, Bronchitis, Husten, Kurzatmigkeit, Pneumonie, Schluckauf, Schulterschmerzen, thoracales Völlegefühl, Übelkeit, verstopfte Nase.

Akupunkturpunkt Lunge-01
Akupunkturpunkt Lunge-01

Magen 40
Vertreibt Schleim aus allen Bereichen des Körpers – besonders Lunge und Herz. Beruhigt die Atmung, den Magen und befreit die Brust (Engegefühl, Druck). Hilft bei kalten Extremitäten, Ängstlichkeit und beruhigt den Geist (steht in der TCM für Intellekt und Emotionen).

Indikation: Asthma mit schleimigem Auswurf, Aufstoßen, Benommenheit, Bewegungseinschränkung der unteren Extremität, Facialisparese, Engegefühl im Hals, Epilepsie, Hüftgelenksschmerzen, kalte Füße und Hände, Kniegelenksschmerzen, Kopfschmerzen, Ödeme, Schweregefühl im Kopf, Schwindel, Sputum, Struma, Unruhe.

Akupunkturpunkt Magen-40
Akupunkturpunkt Magen-40

 

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