Ein Leber-Thema

Ein Leber-Thema

Die Leber ist die größte Drüse des Körpers und unser wichtigstes Stoffwechselorgan. Sie erfüllt zahlreiche komplexe Aufgaben in der Aufnahme und Verwertung von Nahrungsbestandteilen. Die von ihr produzierte Gallenflüssigkeit benötigen wir zur Fettverdauung und Nährstoffresorption. Darüber hinaus baut sie lebensnotwendige Proteine, recycelt rote Blutkörperchen und entgiftet unseren Organismus durch den Abbau von Stoffwechselprodukten (Medikamente, Alkohol, Umweltgifte, …). All diese Aufgaben erfordern ein hohes Maß an Flexibilität von diesem Organ.


Die Leber ist auch aus Sicht der Chinesischen Medizin sehr interessant: zwischen der Flexibilitiät des Organs und unserer körperlichen sowie geistigen besteht ein enger Zusammenhang.

Im Besonderen ist die Leber zuständig für den harmonischen Fluss unseres Qi (Lebensenergie). Blockaden im Funktionskreis der Leber sind gekennzeichnet durch Beschwerden mit wechselhaftem oder sich veränderndem Charakter. Zum Beispiel beständige Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen, Infektionen oder Verstopfung und Durchfall im Wechsel.

Auch bei Extremen (Verhalten, Bedürfnissen, Befinden) spricht die TCM von einem Leber-Thema. Z.B. übertriebener Sport, zu viel Arbeiten, zu viel Essen, zu wenig Schlafen, …

Klassische Blockaden des Funktionskreises sind u. A. depressive Erkrankungen, Schlaganfälle, neurologische Beschwerden, Wutausbrüche/cholerische Wesenszüge und Menstruationsbeschwerden bei Frauen.


Ist unsere Leber in guter Kondition, fühlen wir uns frei, entspannt, sind kreativ und entwickeln uns. Die Entwicklungs- und Schaffensenergie ist im freien Fluss und wir haben das gute Gefühl beständig zu wachsen.

Die Energie entspricht auch jener der Jahreszeit Frühling, in welcher alles zu wachsen und aufzublühen beginnt.


Die Leber ist anfällig für Überhitzung. Alles, was zuviel Hitze verursacht, kann ihren Energiefluss beeinträchtigen. Die Beschwerden empfinden wir oft im oberen Körperbereich, da Hitze nach oben strebt. So kann beispielsweise vorkommen, dass wir kalte Füße haben, obwohl unsere Wangen hochrot und warm sind. Kopfschmerzen (vor allem Migräne) und Verspannungen sind hier kennzeichnend.

In unserer Zeit nehme ich oft Leber-Themen wahr: wir produzieren und konsumieren viel „Hitze“. Dauerhafter, negativer Stress und zuwenig Regeneration verursachen Hitze. Und natürlich unsere Ernährung bzw. Genussmittelkonsum. Heiß sind u. A. Alkohol, Rauchen, scharfe Gewürze und Knoblauch. Mit erhitzenden Zubereitungsmethoden verstärken wir den Effekt – dazu zählen vor allem Grillen, Frittieren und scharfes Anbraten. Eine eiweißlastige Ernährung, die viel tierisches Eiweiß enthält, kann ebenfalls zu Hitze führen.

Was die Leber hingegen heilsam kühlt sind vor allem Kräuter, blutfördernde Nahrungsmittel (z.B. Nüsse, Samen, Avocado, Datteln, Beeren, Hülsenfrüchte, Feta, Fleisch, Fisch, …) und ausreichende Flüssigkeitszufuhr (am besten Kräutertee). Bei der Dosierung ist wichtig, nichts davon zu übertreiben – wir können jedoch für einen beschränkten Zeitraum gezielter damit arbeiten, wenn Zeichen im Funktionskreis der Leber deutlich sind.

Es ist bestimmt ganz normal, wenn wir ab und zu mal „heiß“ laufen – wir sollten diesen Zustand aber überdenken, wenn er an der Tagsordnung steht!

 

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