Unser täglich Brot und Salz

Unser täglich Brot und Salz

Viele Menschen haben ein konfliktreiches Thema mit diesen beiden Grundnahrungsmitteln: Brot wird häufig nicht gut vertragen, liegt schwer im Magen und verursacht Beschwerden.

Salz konsumieren wir bekannterweise auch zu viel. Besonders in Käse, Wurst und Fleischwaren ist viel davon enthalten, aber auch in unserem täglichen Brot verbirgt sich unvermutet eine recht beachtliche Menge Salz.


Salz

ist in ausgewogenem Maß lebensnotwendig und an vielen elementaren Stoffwechselvorgängen beteiligt. Die Regulation unseres Wasserhaushaltes wird durch Salz gewährleistet, aber auch für die Verdauung spielt es eine wichtige Rolle. Zu viel Salz jedoch erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Aus Sicht der Chinesischen Medizin wird der salzige Geschmack dem Element Wasser mit den Organen Niere und Blase zugeordnet. Unausgewogenheiten in diesem Element haben häufig Folgeauswirkungen auf das Element Feuer mit den Organen Herz und Dünndarm (Herz-Kreislauf-Erkrankungen). In der TCM wird diese starke Verbindung zwischen den beiden Elementen als „Wasser-Feuer-Schranke“ bezeichnet. „Kann Wasser das Feuer nicht mehr löschen“, führt dies zu Disharmonien.

Nach TCM wirkt Salz in rechtem Maß und gezielt eingesetzt kühlend, entgiftend, schleimlösend und gegen Trockenheit. Es hat insbesondere Einfluss auf die Nieren, den Magen und Darm. Heilsamen Einsatz findet es unter anderem bei Hautkrankheiten, Nierenschwäche, Übersäuerung, Atemwegsbeschwerden, Verdauungsschwäche und Zahnfleischproblemen. Salz vertragen wir im Winter besonders gut!

Eine Überdosierung kann die gute Wirkung jedoch regelrecht umkehren und führt zu Trockenheit und Verhärtung. Beschwerden wie Hitze, Durst, Bluthochdruck, Osteoporose und ein Verlangen nach Alkohol können die Folge sein.

Was können wir tun?

In Studien konnte herausgefunden werden, dass die angenehme Wahrnehmung des salzigen Geschmackes nicht vordergründig mit der Menge des Salzes zusammenhängt, sondern damit, wie schnell das Salz unsere Geschmacksrezeptoren auf der Zunge erreicht.

Um diesen Effekt zu erzielen müssen wir dafür sorgen, dass eher grobes Salz in den letztmöglichen Schritten der Zubereitung bzw. Verarbeitung hinzugefügt wird. Ziel ist, das Salz nicht zu sehr mit der Speise zu verbinden und eher ungleichmäßig darin zu verteilen.

Auch eine längere Gär- und Reifeezeit des Teiges hat eine intensivere Salzwahrnehmung zur Folge.


Brot

zählt in der TCM zu den nicht so leicht verdaubaren und daher für viele Menschen schwerer verträglichen Lebensmitteln.

Wissenschaftler haben sich damit beschäftigt, woran das liegen kann. Bei Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass die Getreidesorte hinsichtlich Verträglichkeit eine weniger bedeutende Rolle spielt – viel ausschlaggebender ist die Gär- und Reifezeit des Teiges. Die Hefe im Teig sorgt dafür, dass bestimmte Zuckermolekühle (unter anderem „Fodmaps“), die im Dickdarm Beschwerden verursachen können, abgebaut werden. Und dafür braucht die Hefe Zeit. Mindestens 4 Stunden soll der Teig gären und reifen dürfen. In der konventionellen Brotproduktion wird das kaum gewährleistet. Für Sauerteige gilt vermutlich Ähnliches.

Was können wir tun?

Unser Brot selber backen (Teig 4 Stunden gehen lassen, grobes Salz erst kurz vor dem Backen dazu) oder uns beim Bäcker unseres Vertrauens vergewissern, dass seine Brotteige ausreichend langsam verarbeitet werden.

Ein TCM-Tipp für bessere Verträglichkeit von Brot ist, dieses vor dem Verzehr leicht anzubacken oder zu toasten.

Unsere Verdauung können wir ganz allgemein anschubsen, indem wir vor den Mahlzeiten eine warme Suppe genießen. Weitere Möglichkeiten sind ein Stückchen Ingwer zu kauen oder einen warmen Tee zu trinken. Ungünstig für empfindliche Menschen sind hingegen der Konsum von kalten Getränken zum Essen sowie häufige und überwiegende Rohkost.

Die Verwendung von Alternativen zu Weizen wie z.B. Dinkel, Roggen, Hafer, Buchweizen und alten Getreidesorten (Emmer, Einkorn, Urdinkel) ist dennoch empfehlenswert – sie versorgen uns mit mehr wertvollen Nährstoffen. Urgetreide ist im Anbau auch sehr robust und erfordert weniger Einsatz von chemischen Pflanzenmitteln.

Brot hält übrigens am besten frisch, wenn es in einem Tontopf oder einfach in Papier gewickelt gelagert wird – Geschmack und Saftigkeit bleiben relativ lange erhalten.

Auf, dass uns unser Brot und Salz gut tut – Mahlzeit 😋!

Quelle und Video zum Nachschauen: Alles Wissen – hr-fernsehen.de

 

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