Mach mal was anders!

Mach mal was anders!

„Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“ ist vielen von uns eine vertraute Aussage. Das trifft auch häufig zu – insbesondere, wenn wir sehr sensibel und ängstlich sind, geben uns gleichbleibende Abläufe und Rituale das Gefühl von Sicherheit und Halt. Regelmäßigkeit und Treue gegenüber unserer Individualität tun uns gut.

Aber wie so vielen Bereichen, stellt sich auch hier die Frage nach dem richtigen Maß. Das Festhalten an Bekanntem kann uns behindern, einschränken, starr werden lassen und uns wertvolle Erfahrungen vorenthalten.


Ein guter Indikator für Veränderung ist unser Befinden: fühlen wir uns über einen längeren Zeitraum nicht wohl, fehlt uns die Lebensfreude, kann das ein guter Anlass für eine Veränderung in allen denkbaren Bereichen sein. Wenn die hemmende Sorge auftritt, dass wir dabei etwas „Gutes“ oder „Sinnvolles“ aufgeben, dürfen wir uns bewusst machen, dass unser Bedarf sich verändern kann – so, wie das Leben sich laufend bewegt und fließt. Sollten doch unerwünschte Nebeneffekte auftreten – wir sind frei unser Verhalten und unseren Zugang zurück oder weiter zu verändern.

Veränderung oder regelmäßige Ausnahmen, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, können uns frei machen und unseren Horizont erweitern. Neue Erfahrungen trainieren unseren Organismus und nehmen Einfluß auf das Gehirn, die Hormonproduktion, den Stoffwechsel, die Muskeln, … auf alles, was ganzheitlichem Wohlbefinden dienlich ist. Wir geben uns die Chance offener, flexibler und geschmeidiger zu werden – ein „Plus“ an Leben, und mindestens Erfahrung sozusagen.

Das Ausmaß der Veränderung ist dabei ziemlich nebensächlich – schon minimale Veränderungen im alltäglichen Ablauf können frischen Wind ins Leben und große Freude aufgrund erweiterter Erkenntnis bringen! Wir können in vielen Fällen so viel mehr, als wir uns zutrauen und an Potential ausschöpfen.

Angst vor Unbekanntem kann unsere Entwicklung blockieren. Wie unangenehm oder wertvoll wir empfinden, was uns passieren kann, ist großteils auf unsere Erfahrungen zurückzuführen. Ein sehr sinnvolles Frühwarnsystem, solange es uns nicht behindert! Es ist hilfreich, wenn wir regelmäßig unsere Angstempfinden auf Verhältnismäßigkeit überprüfen und ggf. entschärfen… so kommen wir weiter!

Die Auseinandersetzung mit diesem Thema kommt natürlich nicht von ungefähr 😋:  die Herausforderung mir mehr zuzutrauen, nicht an vermeintlich Bewährtem festzuhalten und mich auf neue Erfahrungen einzlassen, stellt sich mir häufig.


Meine jüngste, persönliche Erkenntnis ergibt sich aus einer ernährungstechnischen Urlaubserfahrung: ich bemühe mich in der Regel sehr um ordentliche, natürliche Essensgewohnheiten. Besonders nach den Kriterien der TCM. Im Urlaub hatte ich keine Möglichkeit das auch nur annähernd umzusetzen. Unregelmäßige und ungewohnte Essenszeiten, ständig Weizenmehl, Frittiertes, viele Milchprodukte und Fleisch, Zucker, künstliche Lebensmittelinhaltsstoffe, nur kalte Getränke, wenn Obst und Gemüse, dann fast ausschließlich roh, … alles, was nach TCM und teils auch in der allgemeinen Ernährungslehre als bedenklich gilt (jetzt dürft ihr mal raten, wo ich war 😉).

Wider Erwarten lief mein Stoffwechsel optimal, mein Energielevel war gut, genauso wie meine Belastungstoleranz. Das bedeutet für mich zwar nicht, dass diese Ernährungsweise empfehlenswert ist, aber es relativiert einiges und liefert neue Denkansätze.


Wie immer gilt nicht für jeden Menschen das Gleiche – das sind sehr individuelle Erfahrungen. Aber genau deshalb lohnt es sich unvoreingenommen, offen und experimentierfreudig zu sein 😃!

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